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29.09.2004 - Absa-Aktie läuft von einem Hoch zum nächsten


27. September 2004 Einen steilen Höhenflug legt in diesen Tagen die Aktie der Absa Group an den Börsen von Johannesburg und Frankfurt hin. Der Titel der südafrikanischen Bankengruppe hat sich seit Monatsbeginn um rund 18,5 Prozent verteuert, nachdem sein Kurs in den elf Monaten zuvor schon um 60 Prozent geklettert war. Hatte die Bank mit einer schönen Geschäftsentwicklung zuletzt schon selbst Kaufargumente geliefert, so wird die Aktie aktuell von einem Übernahmeangebot der Barclays-Gruppe angetrieben.


In Johannesburg steigt der Kurs um 0,9 Prozent auf 63,30 Rand (8,06 Euro), nachdem er zuvor schon bei 63,40 Rand gestanden hatte. Auf dem Frankfurter Parkett legt der Titel um knapp 1,3 Prozent auf 8,00 Euro zu, wobei schon drei Transaktionen abgewickelt worden sind, das Papier also durchaus liquide ist. Wenn die Absa-Aktie den Anstieg im Tagesverlauf bestätigt, wird sie auf ein neues Rekordhoch auf Schlußkursbasis laufen. Dieses steht bisher bei 63,20 Rand. Und angesichts der Offerte von Barclays dürfte es noch deutlicher als derzeit aufwärts gehen.

Ergebnis je Aktie um gut 30 Prozent im Jahr gesteigert

Barclays will einen Anteil von 60 Prozent an der südafrikanischen Bank Absa kaufen. Dies schreibt die Zeitung „Independent on Sunday” unter Berufung auf informierte Kreise bei Barclays. Ein Sprecher der britischen Bank bestätigte, daß die Bank eine Mehrheitsbeteiligung bei Absa anstrebe. Dies sei aber bereits bekannt gewesen. Eine anvisierte Beteiligung von 60 Prozent wollte er unterdessen nicht bestätigen.

Wie Bloomberg unter Berufung auf die in Johannesburg erscheinende „Sunday Times” berichtet, kann sich die britische Großbank der Unterstützung des südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki sicher sein. Allerdings werde sie möglicherweise auf Widerstand bei südafrikanischen Gewerkschaften stoßen und diese überzeugen müssen.

Barclays bietet für eine Bank mit 668 Filialen und 6,5 Millionen Kunden, die sich zuletzt in guter Verfassung gezeigt hat. Der Gewinn kletterte im Geschäftsjahr 2003/04, das am 31. März endete, um 14 Prozent auf 306,8 Milliarden Rand, auf 4,447 Milliarden Rand. Das Ergebnis je Aktie wuchs um 30,4 Prozent auf 688,5 Rand. Das Jahr 2003/04 sei eines der besten Geschäftsjahre in der Geschichte der Absa gewesen, hob die Konzernleitung hervor. Vor diesem Hintergrund erhöhte sie die Dividende auf 110 Cent. Daraus errechnet sich eine Dividendenrendite von 1,7 Prozent.

Deutsche Bank lobt Absa-Geschäftsmix - Wachstumschancen

Analysten loben Absa: Der Mix aus dem Geschäft mit Privatkunden und Unternehmen sowie Versicherungsdiensten sei gut aufgeteilt und biete gute Wachstumschancen, meint die Deutsche Bank. Hilfreich sei dabei die Zinssenkungspolitik der südafrikanischen Zentralbank, das zu einem stabilen Zinsumfeld führen müsse, so die Analysten. Die jüngste Gewinnsteigerung und Geschäftsbelebung hatte die Absa mit einer Reihe von Leitzinssenkungen begründet. Und zwischenzeitlich sind die Zinsen weiter gesunken und begleiten eine wachsende Wirtschaft Südafrikas.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8,2 ist die Absa-Aktie trotz der deutlichen Kurssteigerung auch im Branchenvergleich günstig bewertet. Die südafrikanische Nedcor-Bank weist ein KGV von 11,8 auf, die Standard Bank ist mit 8,6 bewertet, Barclays mit 10,5. Mithin dürfte die Absa-Aktie aus sich selbst heraus noch Potential nach oben haben - zumal die charttechnische Lage kaum besser sein könnte: Der Titel bewegt sich im Aufwärtstrend ohne technische Hürden vor der Nase.

Derzeit sorgt indes die Kaufabsicht von Barclays für verstärkte Phantasie. In Rede steht laut Bloomberg ein Preis von 75 Rand je Aktie. Das sind fast 19 Prozent mehr, als das Papier aktuell an der Börse wert ist. Wer vor allem das Übernahmespiel mitmachen will, sollte auflaufende Kursgewinne absichern. Denn Garantien gegen unliebsame Überraschungen gibt es bekanntlich nicht.

Text: @thwi - FAZ







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