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30.10.2004 - Goldkonzerne in Südafrika stehen vor
Fusion
Im südafrikanischen Goldsektor zeichnet sich eine neue
Großfusion ab: Die nationale Nummer eins der Branche,
Harmony, hat dem weltweit viertgrößten Goldproduzenten
Gold Fields ein Übernahmeangebot unterbreitet. Die von
Gold Fields als feindlich eingestufte Offerte beläuft
sich auf 52,9 Mrd. Rand (8,2 Mrd. Dollar). Die Übernahme
soll per Aktientausch erfolgen und einen neuen Weltmarktführer
schaffen.
Mit einer gemeinsamen Förderung von 7,5 Mill. Unzen würde
das neue Unternehmen am US-Spitzenreiter Newmont Mining sowie
dem pan-afrikanischen Goldriesen Anglogold Ashanti vorbeiziehen.
Gegenwärtig rangiert Harmony weltweit auf Platz sechs
und Gold Fields an vierter Stelle.
Harmony offeriert für jede Gold-Fields-Aktie 1,27 eigene
Titel – ein Aufschlag von fast einem Drittel gegenüber
dem Schlusskurs von Gold Fields am vorigen Wochenende. Das
Management von Gold Fields hat das Angebot bereits zurückgewiesen.
Es sei „nicht im Interesse der Gold-Fields-Aktionäre,
ihrer Angestellten oder Südafrika allgemein“, sagte ein
Firmensprecher.
Allerdings hat Harmony nach Aussagen von Konzernchef Bernard
Swanepoel bei dem Übernahmeversuch die Unterstützung
des russischen Minenhauses Norilsk Nickel. Die Russen sind
mit einem Anteil von 20 Prozent größter Einzelaktionär
an Gold Fields und liebäugeln angeblich seit längerem
mit einer höheren Beteiligung.
Norilsk Nickel, der weltweit größte Förderer
von Palladium und Nickel, hatte seinen Anteil an Gold Fields
erst im März dieses Jahres für 1,16 Mrd. Dollar
von dem Bergbauhaus Anglo American erworben. Begründet
wurde der Aufkauf damals mit dem Wunsch der Russen nach einer
stärkeren Streuung der eigenen Einkünfte. Die Beteiligung
an Gold Fields war nach Beobachterangaben die bisher wichtigste
Akquisition eines russischen Unternehmens im Ausland. Unklar
ist zurzeit noch, ob der Übernahmeversuch den geplanten
Aufkauf des kanadischen Goldunternehmens Iamgold durch Gold
Fields zu Fall bringt.
Gold Fields hatte Anfang August angekündigt, seine gesamten
Minenprojekte außerhalb des südlichen Afrika mit
dem kleinen kanadischen Goldförderer Iamgold zu verschmelzen
und in das neu gebildete Unternehmen Gold Fields International
einzubringen.
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