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01.11.2004 - Daimler setzt auf Südafrika
Produktion der Mercedes C-Klasse am Kap wird deutlich erhöht
DaimlerChrysler Südafrika hat Großes vor. In den
nächsten Jahren will der Autokonzern seine Produktion
am Kap nahezu verdoppeln.
Für Südafrika sind das gute Neuigkeiten: DaimlerChrysler
hat angekündigt, dass im Werk East London ab 2007 jährlich
80000 Wagen der neuen Mercedes C-Klasse vom Band rollen sollen.
Dieses ersetzt das bisherige C-Klasse-Modell W203, von dem
gegenwärtig 45000 Autos jährlich in der Ostkapprovinz
für die ganze Welt produziert werden. Ob die zusätzliche
Produktion in Südafrika auf Kosten deutscher Standorte
geht, ist indes nicht bekannt.
Für die unterentwickelte Region an der Küste des
Indischen Ozeans ist die Entwicklung natürlich ein Segen.
An der Autoproduktion hängen neben den mehreren tausend
Jobs im hoch modernen Mercedes-Werk noch drei Mal so viele
in Zulieferbetrieben. Auch der Hafen von Port Elizabeth dürfte
von der Produktionserhöhung profitieren. Wie die zuständige
Behörde versicherte, werde der Hafen gegenwärtig
ausgebaut und sei über die entsprechende Erweiterung
seiner Containerkapazität voll in der Lage, die dann
doppelte Daimler-Fracht zu verschiffen.
Die Qualifikation der südafrikanischen Arbeiter entspricht
inzwischen internationalen Standards. Dies hat dazu geführt
hat, dass die Produktivität in den letzten Jahren um
14,6 Prozent zugenommen hat, während die Kosten pro Arbeitseinheit
um 11,6 Prozent gefallen sind. Die Beschäftigten von
DaimlerChrysler verdienen mit etwa 3600 Rand – etwa 460 Euro
– monatlich für südafrikanische Verhältnisse
Spitzenlöhne und erfreuen sich sozialer Vergünstigungen
wie Altersvorsorge und eine Betriebskrankenkasse, die sogar
eine kostenlose Aids-Behandlung anbietet. Gleichwohl betragen
die Löhne in Südafrika nur einen Bruchteil der in
den deutschen Standorten gezahlten. Zudem gibt es keinen gesetzlichen
Kündigungsschutz, die Arbeitszeit beträgt laut Tarif
48 Stunden pro Woche, und es ist ein Glücksfall, wenn
zwei Wochen Urlaub im Jahr bezahlt werden.
Autohersteller aus aller Welt nutzen verstärkt die kostengünstige
und qualifizierte südafrikanische Arbeitskraft. Neben
den deutschen Konzernen BMW und Volkswagen produzieren auch
Nissan, Toyota, Ford und General Motors vor allem in der Region
um Pretoria und am Ostkap. Seit 1992 ist die Autoproduktion
für den Weltmarkt kontinuierlich um insgesamt 40 Prozent
gestiegen. Insgesamt 30000 Arbeiter, zu zwei Dritteln in der
Metallgewerkschaft NUMSA organisiert, sind in der Branche
beschäftigt. Sie trägt mittlerweile 25 Prozent zum
südafrikanischen Bruttoinlandsprodukt bei.
Zahlen & Fakten
DaimlerChrysler beschäftigt gegenwärtig etwa 5000
Arbeiter in Südafrika. Schon 1954 errichtete Mercedes
eine erste Produktionsstätte am Kap, um von den extrem
niedrigen Apartheidlöhnen eines seiner Zeit vollkommen
rechtlosen schwarzen Arbeitsheeres zu profitieren. Nach dem
Ende der Apartheid wurde die Produktion von Nutzfahrzeugen
auf Personenwagen ausgedehnt. Im Jahre 2003 brachte die gesamte
Fahrzeugherstellung dem Konzern einen Umsatz von 2,6 Milliarden
Euro.
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